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Donnerstag, 17. November 2005
Von den Meeren.
Möglicherweise steht ein religiöser Mensch aus seiner Sicht tatsächlich auf einem bemerkenswert soliden Fundament - im Gegensatz zu einem, der sich entschlossen hat, aus eigener Kraft im tiefen Wasser zu schwimmen. Ersterer kann sich in jeder Lebenslage in Gottvertrauen auf den umfassenden Charakter und die Unerschütterlichkeit seines Gedankenmodells verlassen, ja sogar auf Gottes Liebe, obwohl das für Aussenstehende beispielsweise angesichts des jahrtausendelangen, weltweiten Leids zweifellos skurril anmutet ... Dieses Gedankenmodell ist tatsächlich jenseits aller offenen Fragen hinsichtlich seiner inneren Logik spätestens durch das Postulat seiner Unergründlichkeit (d.h. das imperative Ignorieren alles Unsoliden) über jeden äusseren Angriff erhaben, es ist ein wirksames Immunsystem für sich und seine Partizipienten. Unsereins braucht hingegen zunächst einen festen Magen, wegen des vielen salzigen Wassers, das man schluckt, und einiges Experimentieren infolge der Vielzahl der möglichen Schwimmstile. Aber vielleicht schwimmt man ja nicht einfach nur, sondern besitzt ein Boot oder fährt sogar auf einem stolzen Schiff mit weissen Segeln, wohin einen der freie Wille treibt, eventuell gar einen weissen Wal suchend.
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