Dienstag, 20. Juni 2006

Über ein unbekanntes Mass.

Den sog. Naturwissenschaftlern muss es doch sehr merkwürdig vorkommen, dass die sog. Geisteswissenschaftler für ihr Metier, den Geist, noch kein geeignetes, quantitatives Mass gefunden haben (und vielleicht nicht einmal danach suchen). Nähmen wir unserer Phantasie folgend einmal an, es gebe eines und dieses sei unbegrenzt, so ist in Analogie zum "Welt-Raum" eine Art "Geist-Raum" denkbar, in dem man Richtungen definieren und Entfernungen messen könnte. Bereits existierende, wohl instinktiv entstandene Begriffe wie "Standpunkt", "Blickwinkel" oder auch "breiter Horizont" vs. "Engstirnigkeit" bekämen dadurch eine quantifizierbare Bedeutung. In diesem an sich dunklen Raum befänden sich dann womöglich grosse Massezentren, "Geist-Sonnen", jede einzelne etliche Lichtjahre weit hell und warm leuchtend, d.h. energiereich strahlend, mit einem Gravitationsfeld umgeben, in dem Planeten und um diese wiederum die Monde ihre Bahnen ziehen, vielleicht gäbe es im "Geist-Raum" auch Asteroiden, Kometen, Sternschnuppen, zweifellos allerdings viel Staub und Gas. - Die Entfernungen im Raum sind der Grund dafür, dass wir ihn nicht einfach so erfassen können. Das Manövrieren darin kostet Zeit und Energie. Und Willen.

3 Kommentar(e):

grete hat gesagt…

liegen die guten gedanken dicht neben den schlechten, oder eher weit?

Anonym hat gesagt…

Was ist gut? Was ist schlecht? Wie weit?

T.M. hat gesagt…

Gut und Böse (Schlecht) sind zwei einfache Pole, an die wir gewöhnt sind und zwischen denen wir das Allermeiste einordnen. Aber was ist, wenn es in Wirklichkeit drei Pole sind? Oder 43587? Wer würde dann sagen wollen (und können!), dieser sei gut und jener sei schlecht?

Ich gehe zudem davon aus, dass in den meisten Massezentren meines Geist-Raumes ein Gleichgewicht zwischen den Gedanken besteht und dass diese dort ein vollständiges System bilden, egal wie man sie nun kategorisiert. Die "guten" und die "schlechten" werden dort also dicht nebeneinander liegen, man wird oft gar nicht sagen können, welcher wie ist. Sie werden sich gegenseitig ergänzen und bedingen.

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