Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel. (Jenseits von Gut und Böse, 156)
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Montag, 5. Juni 2006
Von der Weisheit der Vielen.
Die Vielen seien weise, liest man derzeit in aktuellen Büchern, sie lösten Probleme besser und sogar stets klüger als der klügste Einzelne. Ist das so? Wessen Probleme, ihre oder die eines Einzelnen? Und hat etwa ihre Vielzahl die Menschen je davon abgehalten, sich gegenseitig mit Streitäxten die Schädel zu spalten, spätestens seit 1914 massenhaft und grausamer als je zuvor? Oder ihren Planeten zu verwüsten? Oder wieder und wieder auf grossmäulige Politiker hereinzufallen (und dann darüber zu jammern)? Ist nicht ihre Vielzahl geradezu Bedingung und sicherer Garant dafür? — Man scheue sich nicht vor einer wichtigen Erkenntnis: Das, woran man heutzutage das Gute, den Wert und die Fortschrittlichkeit der Entscheidungsfindung durch die Vielen festmacht, sind ganz sicher nicht deren Klug- und Weisheit, denn diese sind immer bei wenigen konzentriert - es sind die breite, intuitive Akzeptanz und offensichtliche Gerechtigkeit einer solchen Entscheidung anhand eines simplen, abzählbaren und allein deshalb über jede Kritik erhabenen Zahlenverhältnisses. Eine von einer Gruppe getragene Entscheidung ist unter diesen Bedingungen stabiler als die Idee eines Einzelnen, setzte man sie für eine Gruppe durch. (Man sollte allein aus diesem Grunde Ideen nicht die Namen von Personen geben!) Was hingegen die Weisheit angeht, so halte man es ruhig wieder einmal mit Nietzsche:
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