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Freitag, 29. Dezember 2006
Über eine besorgte Frage (XII)
Warum ich fast nur alte Bücher lese, solche von Autoren, die längst tot sind? — Weil sie nicht primär unter den Bedingungen des Marktes und für den Markt entstanden sind (ein sehr auffälliges Qualitätsmerkmal). Weil sie die Zeit überdauert, mithin notwendigerweise etwas an sich haben, das offensichtlich dauerhaft beständig und nachhaltig und also kulturvoll ist. Weil sie sehr oft grosse Brücken zu anderen geistigen Zentren oder Zeitaltern schlagen, bis hin zur Antike. Weil viele Autoren damals wache Augen- und Ohrenzeugen der Entstehung dessen waren, was wir heute unsere Zeit nennen. (Und dass "Bücher lesen" hier nur ein Synonym ist, muss ich genaugenommen nicht noch extra erwähnen.)
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2 Kommentar(e):
..ich kann mich an ein Interview mit einem vatikanischen Priester erinnern, einem der letzten, der noch im Stande ist, lange Diskussionen in fliessendem Latein zu führen. Er meinte, dass diese Fähigkeit ihm erlaube, Cicero zu lesen, als ob er ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberstünde. Erst so werde ihm bewusst, was für eine kurze Zeit 2000 Jahre doch seien...
Gerade beim Stöbern drauf gestoßen und an Dich gedacht: http://www.amazon.de/Warum-Klassiker-lesen-Italo-Calvino/dp/3446202765/sr=1-11/qid=1167669189/ref=sr_1_11/303-2094996-0205016?ie=UTF8&s=books
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