Dass das Individuum über sich bescheidwüsste, im Tiefen, dass es also ein gründliches, umfassendes Wissen über sich, nicht nur über seinen eigenen Körper, auch über seinen Geist, seine Empfindungen usw. habe, war ein grundlegender, aber später zurecht gescholtener Gedankengang Schopenhauers. Dies hiesse ja auch, man wisse, wer man sei, was man wolle1, warum man wie handele - vollständig und in jedem Moment. Dabei, behaupte ich, lernt man jeden Tag, jede Stunde, in jeder neuen Situation, einen neuen Fremden kennen, der notgedrungen in dem Augenblick gerade erst entsteht (und sogar vergeht), ein Leben lang, auch wenn man sich noch so ernsthaft selbst betrachtet und analysiert. Und es steht letztendlich noch die Frage im Raum, ob die zur vermeintlich innerlichen Betrachtung verwendete Optik überhaupt eine andere als die übliche Äussere ist.
1 man befrage einmal Frauen zu diesen Themen
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Samstag, 13. Dezember 2008
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