Freitag, 24. April 2009

Künstler, Kunst und Publikum.

Dass dem Künstler heute sein Publikum verloren und es notwendigerweise darum auch mit der sog. Kunst selbst bergab gehe, ist eine interessante, allerdings fragwürdige These. Hatten nicht zu allen Zeiten Künstler (und darunter Grosse!) nicht nur notgedrungen, sondern durchaus auch klugerweise oft praktisch ohne gegenwärtiges Publikum gearbeitet? Ist nicht William Turner zeitlebens für seine Nebelbilder ("Erbsensuppe") verlacht und beschimpft worden? Hatte nicht Gustav Mahler trotz seines Status' als Superstar am Dirigentenpult klaren Verstandes geäussert, seine Zeit werde erst noch kommen? Und hatte man nicht später auch und gerade aus dieser Unbeirrtheit Wesentliches an künstlerischer und intellektueller Grösse abgeleitet? — Es ist eine zweischneidige Sache mit dem sog. Publikum. Ich behaupte sogar, Kunst oder etwas Ähnliches wird genau in diesem Punkt des Abzielens auf ein Publikum höchst fraglich.

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