Donnerstag, 28. Mai 2009

Vom Leviathan.

Es ist mir, der ich auf manches achte, merkwürdig, dass einer, während er über sein Leben spricht, über Meilensteine und wichtige Ereignisse, neben den Themen Beruf und Familie ausgerechnet noch auf Eines zu sprechen kommt: die Begegnung mit einem grossen Wal, ganz von selbst und ohne übrigens im Verdacht zu stehen, allzu intellektuell oder zartfühlend zu sein. Ein Wal berührt offensichtlich jeden, unweigerlich und lange noch. Viele Menschen werden angesichts eines Wales ganz still und auf den Gesichtern liegt etwas wie ein warmer Sonnenstrahl. Und ich behaupte, es geht dabei nicht nur um seine erhabene Grösse, um seine Intelligenz, bei kleinen Walen (insbesondere Delphinen) auch um das beinahe menschliche Atemgeräusch, oder um die Gewissheit, einmal zu einer bestimmten Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein — es geht auch um etwas wie kollektives Leid und kollektive Schuld. Leid heiligt, und Schuld ...

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