Freitag, 22. Januar 2010

0x (II)

Ein Nachtrag. Noch etwas haben die Nuller Jahre gebracht: die alternativlose Etablierung des Beliebtheitsprinzips - ein typisches Wiederkäuerphänomen. Daseinsberechtigt, erfolgreich, wertvoll, schützenswert, gut ist, was beliebt ist, was gefällt. "Die besten Hits der 80er, 90er und von heute." An diesem Spruch identifiziert man heute zweifelsfrei jedes Dudelradio. Gewiss, ähnliches gab es früher schon. Heute aber dominiert die Beliebtheit konsequent jeden Bereich, in dem man irgendeine Wahl hat - und das Bemerkenswerte daran ist: man hat die Wahl dadurch eben nicht mehr (oder man bezahlt einen hohen Preis dafür), man verliert sie stattdessen an den Konsens der Beliebtheit zulasten der Vielfalt, und irgendwann, es dauert gar nicht lange, kennt man gar nichts anderes. "Das trägt man heut nicht mehr."

2 Kommentar(e):

grete hat gesagt…

vielfalt wäre individualität, aber genau das will niemand. es könnte etwas anderes sein, als das, was die mutter, die schwiegermutter, der nachbar, der klassenkamerad, der chef, der mitarbeiter etc. gut findet. ich kenne nicht viele leute, die etwas gut finden, ohne sich einer gruppe gleichgesinner vergewissert zu haben.

T.M. hat gesagt…

Das ist eben das Merkwürdige: heute redet man ständig von Individualismus. Man darf sich nicht beirren lassen - auf vielen Gebieten ist eigentlich das Gegenteil der Fall: Kollektivismus. Eine Folge moderner Massenmedien (Werbung) und Kommunikationsmittel.

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