Meine liebe FDP,
gestern lag ein grünes Zettelchen von Dir in meinem Briefkasten, darauf eine Wählerinformation und daran klebend ein Schokoladenherz. Ich muss gestehen, ich bin gerührt, dass Du mich nicht vergessen hast. Ich habe ja noch Deine Bratwurst in allerbester Erinnerung. Und nun das ...
... aber eben, so einfach ist es nicht. Auch wenn man heute immer öfter und schon systematisch glaubt, der Rezipient ist mit kleinen, "geschenkten" Nebenprodukten leichter zu überzeugen als mit dem Produkt selbst, auch wenn mir meine Bank inzwischen einen Kasten Pralinen schickt, einfach so zwischendurch mit der Begründung, es sei ein gutes Jahr gewesen, muss ich dennoch selbstkritisch bemerken, dass da noch ein bisschen Resthirn vorhanden ist, wo es wohl nicht vorhanden sein sollte. (Ich schäme mich auch dafür.) Aber wie kommt man auf die Idee, den Blick auf Kleinigkeiten und Pippifax zu lenken und geradezu abzulenken vom Wesentlichen, vom Wichtigen? Muss da nicht jeder wache Mensch irgendwie misstrauisch werden? Wann bekommt man im Leben je etwas geschenkt? Und meinst Du wirklich, ein 2cm grosses Schokoladenherz bewirkt bei mir irgendeine für Dich relevante Reaktion?
Mit freundlichen Grüssen, wie immer
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2 Kommentar(e):
There's no such thing as free lunch, sagt doch schon der alte Onkel Milton...den die schweizer "Liberalen" aber sicher genausowenig lesen wie ihre deutschen Kollegen.
(Die CSU verschenkt in Bayern Flaschenöffner. Das scheint mir wesentlich wirksamer. Beim ersten Schluck durchströmt jeden Bayern eine tiefe, von Herzen empfundene Dankbarkeit für die Fruchtbarkeit unserer Gauen, die sich dann natürlich assoziativ auf die Partei überträgt.)
Schicken Sie mir gleich mal ein Mitgliedsformular von dieser ... wie? CSU?
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