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Donnerstag, 15. April 2010
Von der Transparenz.
Viele Dinge, die das Menschlein sich erdenkt - Staaten, Sozialsysteme, Firmen, Religionen, Multimediangebote, Computernetze, elektronische Geräte - haben offensichtlich während ihrer Entwicklung und Weiterentwicklung die Tendenz sich dabei fortwährend immer weiter und so sehr zu verkomplizieren, dass am Ende ebenso plötzlich wie einstimmig Intransparenz festgestellt werden muss. Uns fehlt generell ein Sinn dafür, man merkt es nicht, es passiert unweigerlich und auch unter den schärfsten Vorkehrungen: wir entwickeln Dinge systematisch über ihre Beherrschbarkeit hinaus. Dann gibt es offensichtlich immer nur zwei Möglichkeiten: Problemlösung mit Hilfe weiterer Verkomplizierung oder wirklicher Bruch und Neuanfang, wobei die Wahrscheinlichkeit für erstere Variante weit höher ist und noch zunimmt, je länger und kostspieliger der Weg seit dem Beginn bereits ist. Die Entwicklung hin zur Schaffung oder selbst nur unter Beibeihaltung von Transparenz und Beherrschbarkeit (was überhaupt erst einmal die Anerkenntnis ihres Wertes sowie auch die der eigenen Beschränktheit voraussetzte) ist etwas, das der Mensch erst noch lernen muss. Es wird möglicherweise eines Tages Fachleute speziell dafür geben.
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