Freitag, 25. Juni 2010

Kein Schmerz.

Die Physis kennt den Schmerz. Verstaucht man sich einen Fuss, stösst man sich den Kopf, zerrt man sich einen Muskel, verrenkt man sich irgendein Glied, tut es unweigerlich weh. Das Hirn weiss es bereits, noch bevor der Schmerz über die Nervenbahnen geleitet und tatsächlich bei ihm angekommen ist. Und es hat einen guten Grund: du sollst es nicht wieder tun, dich gefälligst vorsehen! — In der Psyche fehlt jedes Schmerzempfinden. Das, was wir Kopfschmerzen nennen, ist ein Rest, ein Rudiment, aus der Physis. Man kann hingegen noch so krumme Wege denken, Wunder und Geister herbeiglauben, echte Dummheiten emanzipieren und öffentlich hochhalten - es tut leider niemals weh. Dabei wäre, nachdem das Menschlein seine physische Existenz heute wesentlich im Griff hat, gerade hier ein Schmerz höchst dienlich.

2 Kommentar(e):

Etosha hat gesagt…

Und nach welchem Maß sollte dieser Schmerz sich richten? Nach der absoluten Wahrheit, die manche schon gefunden zu haben glauben?

Das schönste an der Welt ist doch, dass jeder glauben darf, was er will.

T.M. hat gesagt…

Es genügt das eigene Mass, die eigene Wahrheit, das ist schon richtig, allerdings z.B. von einem späteren, klügeren Zeitpunkt aus gesehen. Manch einer wäre froh, hätte er bei früheren Gelegenheiten einen brauchbaren Schmerz empfunden. (Selbstverständlich, so ein Mass ist praktisch nicht zu erreichen.)

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