Home » Fischpredigten » Hinter dem Spenden.
Sonntag, 19. Dezember 2010
Hinter dem Spenden.
Mit Verlaub, dass man sich heute im Spenden an Rekorden misst und - den Tränen nah - den guten Willen rühmt, ist nicht unwesentlich ... eine erbärmliche Heuchelei und als solche auch eine unserer vielen, kleinen, dekadenten Selbstvergessenheiten. Insbesondere in der Öffentlichkeit, mit Nennung des Namens, und zu Weihnachten, als ob Weihnachten irgendwie ein Anlass wäre. Weihnachten ... ausgerechnet der alljährliche Höhepunkt pervertierten Konsums! Ich finde, es ist an der Zeit, das endlich einmal auszusprechen. — Das ganze Jahr über geniessen wir unseren teuer-billigen Kaffee, unsere Schokolade, unsere Bananen und nicht nur fast unsere gesamte Kleidung wird inzwischen billigst im Ausland hergestellt, auch das Spielzeug unserer Kinder, das wir wieder überreich und überflüssig verschenken werden, und nicht zuletzt das allermeiste unseres Öles, auf dessen ewige Billigkeit wir unser gesamtes Leben ausgerichtet haben. Und es mag durchaus sein, der eine oder andere hat inzwischen ein kleines Bewusstsein demgegenüber und vielleicht sogar ein Kaufverhalten entwickelt, in Einzelfällen, dort wo es möglich ist, d.h. wo man ihm ein kleines, verstecktes Geschäft mit seinem guten Gewissen anbietet. Die Bank, auf der sein Geld liegt und von der er seine Renditen und Zinsen einfordert, hat ein solches aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Es wäre ihr höchst hinderlich. Wir sind alle fest und untrennbar verzahnt mit diesem Prinzip. — Das Spenden sollte unser Gewissen nicht erleichtern, es müsste es genaugenommen beschweren.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)


































0 Kommentar(e):
Kommentar veröffentlichen