Mittwoch, 19. Januar 2011

Ausnahmsweise ... (2)

Genau, meine lieben Protagonisten, Waffen in Privathand schaffen Sicherheit - ich glaube fast noch, was Ihr mir dummdreist in den Briefkasten werft. — Aber nur fast. Das einleuchtende Argument: Kriminelle würden ihre Waffen ja behalten, der brave Bürger allerdings solle diese nun abgeben - eine künftig eklatant klaffende Sicherheitslücke ...

Mit Verlaub, mir scheint es sich wesentlich um eine Lücke im Füllmaterial der oberen, rundlichen Extremität zu handeln. Es ist schlicht Unsinn anzunehmen, gäbe der Eidgenosse auch nur einen Teil seiner geschätzt 2.4 Millionen1 Handfeuerwaffen ab, darunter übrigens sicher überwiegend Militärwaffen, die durchaus nicht seiner privaten Selbstverteidigung dienen, würden alsbald bewaffnete Banden von Kriminellen die Innenstädte terrorisieren2. Das Gewaltmonopol liegt auch in der Schweiz beim Staat. Der Bürger schützt sich und seine Familie definitiv nicht durch selbst ausgeübte Waffengewalt oder durch ein imaginäres Bedrohungsgleichgewicht. Wer Gegenteiliges behauptet, hat Wesentliches in seinem Staat nicht verstanden und gehört genaugenommen einmal hinsichtlich seiner sozialen Unbedenklichkeit (und am besten auch gleich hinsichtlich seiner psychischen Zurechnungsfähigkeit) untersucht. — Waffen in Privathand sind - auch in ihrer viel zitierten, langen Tradition - ein historisches Relikt aus Zeiten mangelnder staatlicher Präsenz, ich könnte auch sagen: der Unzivilisiertheit und Unreife, als solches auch ein Merkmal der Rückständigkeit im internationalen Vergleich und letztendlich eine Peinlichkeit für eine aufgeklärte, westliche Industrienation und ihren Rechtsstaat.

1 d.h. statistisch in jeder Familie eine
2 man sieht ja im übrigen Europa, wohin diese schreckliche Waffenlosigkeit führt!!!

3 Kommentar(e):

schreibschaukel hat gesagt…

Das sehe ich ich genauso! (Zur Not hab' ich ja immer noch meine Nagelfeile.)

T.M. hat gesagt…

Man sagt ja, die Frauen werden das entscheiden. Bin gespannt. Es könnte ein historischer Tag werden.

Harald Jenk hat gesagt…

Es wäre nicht die erste Initiative die nur dank einer deutlichen Mehrheit bei den Frauen angenommen würde. http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wenn-Frauen-den-kleinen-Unterschied-machen/story/26697643

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