Montag, 28. Februar 2011

Insektenverstand.

Wenn aber Jemand die Frage aufwürfe, ob nicht die Natur den Insekten wenigstens so viel Verstand hätte ertheilen können, wie nöthig ist, um sich nicht in die Lichtflamme zu stürzen; so ist die Antwort: Freilich wohl: nur war ihr nicht bekannt, daß die Menschen Lichte gießen und anzünden würden: und Natura nihil facit frusta. Nur einer unnatürlichen Umgebung reicht der Verstand der Insekten nicht aus. (Schopenhauer, Senilia, 27,3)
Wie ist das aber mit jenem grossen, schlauen Insekt, das auf nur zwei Beinen geht, und seiner Welt? So sei also dessen Verstand in natürlicher Umgebung ebenfalls ausreichend? Und sein Scheitern überhaupt nur möglich in einer unnatürlichen solchen? — Aber wer hat diese eigentlich geschaffen?

6 Kommentar(e):

schreibschaukel hat gesagt…

Es liegt wohl in der Natur des Zweibeiners, seine natürliche Umgebung schnellstmöglichst in eine unnatürliche zu verwandeln - was genau betrachtet natürlich schon etwas unnatürlich ist. Oder so ;-) .

T.M. hat gesagt…

Der Zweibeiner wird sich gefallen lassen müssen, dass man, d.h. er, an ihn, also sich, den Anspruch richtet, aufgrund seines Verstandes auch mit einer unnatürlichen Umwelt klarzukommen, in Grenzen selbstverständlich, aber bisher hat er noch immer eher sein Scheitern verneint als sein Klarkommen.

Anonym hat gesagt…

Was ihr dem Tyrannosaurus alles unterstellt... xD

T.M. hat gesagt…

Aber in dessen tyrannischem Selbstverständnis gab es für "Scheitern" wahrscheinlich auch keine Vokabel, das kam schlichtweg nicht vor. Und wie auch? - Die Parallele ist verblüffend. Man muss sich fragen, ob es sich biologisch überhaupt um zwei verschiedene Gattungen usw.

nömix hat gesagt…

»Es irrt der Mensch so lang er strebt.«
(Goethe, Faust)

T.M. hat gesagt…

Wahrscheinlich sogar, wenn er nicht strebt. Eine Tragödie, genaugenommen.

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