Mittwoch, 16. März 2011

Brei.

An Tagen der Katastrophe wird immer die immense Dekadenz und Belanglosigkeit unserer Massenmedien besonders gut deutlich. — "Gesichter der Katastrophe", "Bieber in Wachs", "Mehr Julia Roberts geht nicht" ... "Überlebende nach vier Tagen gerettet", na immerhin: zehn Personen hat dies gefallen, das ist schonmal ein Anfang. "Bayern scheitert gegen Inter", das gefiel allerdings 76 Personen. Ein Horoskop war auch auf dieser Seite. Was fehlt noch? Ich sag's mal: Ein Busenbild, wahrscheinlich nur aus Jugendschutzgründen, und ein Vergewaltiger oder Kinderschänder, vor dem man gleichermassen kollektiven Horror wie kollektive Empörung empfindet. — Unser sog. Journalismus ist eigentlich eine Dauerkatastrophe, sie kostet nur keine Menschenleben.

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