Ich glaube, alle menschlichen Regeln sind mehr oder weniger blödsinnig, aber das schadet nichts. Wie die Sachen jetzt stehen, ist in den Irrenhäusern nur so viel Platz als man für die vernünftigen Menschen brauchen würde; wollten wir alle Verrückten einsperren, so würde uns bald das Baumaterial mangeln. (Mark Twain, Reise um die Welt, 44.Kapitel)Vielleicht auch im Hinblick auf all die neuen Gesetze und Verordnungen - Umweltschutzzonen usw. - die in ein paar Tagen in kraft treten werden.
Samstag, 29. Dezember 2012
Zum Jahresausklang.
Mittwoch, 12. Dezember 2012
Besuch.
Sonntag, 25. November 2012
Begriffsklärung (32b)
Unser sog. "lifestyle" ist nichts weiter als eine Kompensation unserer verlorengegangenen Individualität. — Der massenhafte Übergang einstiger Individuen zu Instanzen des Massenmenschen, vor allem und ganz wesentlich zu Konsumenten, gesichtslosen Verbrauchsmaschinen, erfordert eine Kompensation des dabei auf- und irgendwann auch zutagetretenden Verlusts an Individualität, an Eigenschaften, an Persönlichkeit, an Ich. Uns fehlt etwas, und wir vermissen womöglich etwas, an das wir uns noch dunkel erinnern können, in der Kindheit fehlte es uns noch nicht, da waren wir noch freie Menschen. Der lifestyle füllt klug diese Lücke. Man sagt den Leuten: tut dies und jenes, fahrt ein SUV (aus deutscher Produktion selbstverständlich), zieht in eine Schlafsiedlung, tippt und wischt auf gadgets herum, lasst euch von zehntausend friends liken und verkauft euch an eine kalifornische Internetfirma, so und vor allem so werdet Ihr wieder vollwertig. Und es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob man das auch glaubt. Eine Rolle spielt, dass es Millionen andere glauben.
Darumb mensch / wann du merckest die kürcz der gegenwurtigen zeit / und die schnödikeÿt deines vergangen lebe[n]s / und dein leczt ende recht fürsehest. on zweifel du würdest in deinem leben also wachen dz du verschmehen würdest und zů rucklegen weltliche üppikeÿt. (Eine Augsburger Sittenlehre, 1476)
Mittwoch, 21. November 2012
Montag, 19. November 2012
Finster (II)
Glücklich, wer an trüben Tagen, an denen es nicht einmal richtig hell werden will, noch eine wärmende Erinnerung vor dem geistigen Auge hat, einen Gang über ein sonnenüberflutetes Gebirge, einen nicht ganz zu Ende gedachten, allerdings auch nicht weggeworfenen Gedanken, gar den Keim für ein künftiges Projekt. Das ist es, wozu dunkle Zeiten da sind, wenn man ihnen schon einen Zweck geben muss.
Donnerstag, 8. November 2012
Castor fiber (IV)
Freitag, 2. November 2012
Sprüche (313)
Die Schadenfreude ist nicht zuletzt Ausdruck dessen, dass das sog. Soziale am menschlichen Verhalten durchaus begrenzt ist. Sie mag ursprünglich daraus entstanden sein, dass einem das Missgeschick nicht selbst passiert ist. — Ha, zum Glück hat's Dich erwischt!
Sonntag, 28. Oktober 2012
Unter Schwingen.
Meine Thiere sind wach, denn ich bin wach. Mein Adler ist wach und ehrt gleich mir die Sonne. Mit Adlers-Klauen greift er nach dem neuen Lichte. Ihr seid meine rechten Thiere; (Also sprach Zarathustra, IV)
Man wird sich fragen, wie
Mittwoch, 24. Oktober 2012
Vor Gericht.
Nein, ich glaub ja nicht an Zeichen, Mystik o.ä. Aber gleich vier dicke Eichelhäher (sicher Geschwister), die eng bei einander auf einem Ast sitzen und mit skeptisch schiefgehaltenen Köpfen1 aus 3m Höhe herunterblicken - "Angeklagter, wollen Sie etwas sagen?" - sind schon arg ungewöhnlich. — "Sagen? Nein. Es stimmt ja alles, ich kann's nicht leugnen ..."
1 ich bin sicher, die hatten sogar Monokel
1 ich bin sicher, die hatten sogar Monokel
Dienstag, 23. Oktober 2012
Ankunft unter digitalen Bedingungen.
Wer heute nach einer langen Reise irgendwo ankommt, der hat nicht zuerst Hunger, möchte nicht sehnlich eine Dusche oder am besten gleich ins Bett ... er sucht als erstes eine Steckdose. Man fällt heute nicht mit der Tür ins Haus, sondern mit einem weissen Kabel in der Hand, nach Art einer Pistole vorgehalten. Das ist verständlich, gell? Und "lange Reise" ist relativ, zwei Stunden Autobahn genügen bereits, und all der elektronisch gläserne Plunder, der uns heute sicher vor Langeweile, Orientierungsverlust, Uninformiertheit, Übelkeit, Vampiren, Hirn und all den anderen grundlegenden Abgründen des Menschen bewahrt, verlangt piepend, blinkend oder bereits in trauriger, gänzlich stummer Anklage seinen Tribut. Strom, um Himmels Willen! — Dann noch schnell einen Blick darauf geworfen, ob alles noch usw., und dann kommt man vielleicht auch mal zu einer Art Begrüssung, falls die noch nötig ist ...
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