Freitag, 27. Januar 2012
Nebenbei bemerkt.
Wenn du dich körperlich betätigst, ggf. einen Sport betreibst, wo wird dir zuerst warm, wo sieht man die ersten Schweissperlen? — Auf dem Kopf. Die obere, rübenförmige Extremität ist nicht unwesentlich ein Kühlkörper zur Abfuhr von Verlustwärme, und nein, nicht einmal primär für den Prozessor.
Mittwoch, 25. Januar 2012
Erwiesen.
Vorgestern war der Film noch gut. Ich solle unbedingt ins Kino gehen und ihn mir anschauen, sagtest du. Und das war sogar der eigentliche Sinn deines Anrufs. Aber gestern stand dann halt diese Kritik im Feuilleton - jener vermeintlich dahingeplapperten, in Wirklichkeit aber mit beträchtlicher Schläue industriell fabrizierten Landkarte unserer ebenso industriell bereitgestellten Denkmodelle, Kulturleistungen und Konsumangebote (vor allem letzterer ...) - und diese Kritik war leider gar nicht gut. Ob ich den Film sehen wollte (du meinst: jetzt noch, wo er doch erwiesenermassen mies ist), sei natürlich meine Sache, sagst du. — Du bist mir der rechte Prophet! Der Blinde unter den Einäugigen!
Montag, 23. Januar 2012
Sprüche (292)
Der sicherste Weg, einen Schweigenden zum Reden zu bringen, ist — ihm das Rederecht zu entziehen. Er wird auf der Stelle protestieren.
Freitag, 20. Januar 2012
Doch noch Journalismus.
Ein bemerkenswerter und notwendiger Film über Wahrheit, Lüge, moderne Propaganda und (nach wie vor aktuelle!) rot-grün-schwarz-gelbe deutsche Politik. Leider 15 Jahre zu spät — ein solcher Film im deutschen Fernsehen hätte zum richtigen Zeitpunkt1 erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Teilnahme am Afghanistan-Krieg gehabt, diese wahrscheinlich unmöglich gemacht.
1 die betreffende Bundesregierung war im Dezember 2001 noch immer im Amt, wenn auch mit einem anderen Verteidigungsminister
1 die betreffende Bundesregierung war im Dezember 2001 noch immer im Amt, wenn auch mit einem anderen Verteidigungsminister
T.M.
um
08:15:00
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abgelegt unter: Bundesrepublik Deutschland , Informationszeitalter , Mindmachine , Zur Zeit
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Donnerstag, 19. Januar 2012
Ich und Wir.
Die Momente, in denen man sein Herdentum vorgeführt und nachgewiesen bekommt, sind immer sehr schmerzhaft. Sie verletzen das Ich, also genau das, was in einem nicht Herde, sondern Individuum ist, und von dem man möglicherweise nicht einmal wusste (es manifestiert sich trotzdem ...) Ganz ähnlich ist es mit jenen Situationen, in denen die Herde einem Einzelnen sein Ich vorwirft, ihn einen Egoisten nennt. Es verletzt sein Wir, sein Herden-Ich. — Ein Problem des klugen Tieres.
Freitag, 13. Januar 2012
Sprüche (291)
Wenn du weisst, dass du dem Einen nicht glauben kannst, dann glaub doch nicht deshalb einfach einem Anderen. (Ja, man muss das heute explizit erwähnen - etwas muss ja richtig sein, wenn etwas anderes falsch ist ...)
Mittwoch, 11. Januar 2012
Bereits aktiv.
So ist's recht: im Januar schon die Karten auf dem inzwischen virtuellen Tisch. Sicher noch fünf Monate lang wird Schnee liegen und kein Murmeltier die Nase gen Himmel strecken, aber du zählst schon Höhenlinien und Wegbiegungen, Anstiege und Gefälle, Kilometer und Etappen ... Und ist dir je daran etwas komisch vorgekommen? Ein Wanderer bist du. Wie solltest du es anders machen?
Dienstag, 10. Januar 2012
Sprüche (290)
Dass das Geld arbeite (arbeiten müsse!!!), ist bereits die erste folgenschwere Idiotie ...
Montag, 9. Januar 2012
Über menschliche Erhöhungsmechanismen (VII)
Manchmal, man merkt es nicht gleich, fällt einem auf, dass einer in Sitzungen oft mit erschreckend vielen Details daherkommt, denen tatsächlich niemand mehr folgen kann. Man schaut während die Minuten verrinnen in die Runde: einer seufzt, ein anderer rollt bereits die Augen, der Chef schaut in sein schlaues Notizbuch, um niemandem in die Augen sehen zu müssen, ein weiterer tippt auf dem Laptop, aber der Strom von Details und Fremdworten will nicht versiegen. Es geht auch gar nicht um sie, es geht um Aufmerksamkeit, um "Jetzt bin ich dran.", um "Ich hab's auch nicht leicht." Auch das Gegenteil gibt's: einer macht nicht viel Aufhebens um Dinge von geringem Interesse, Dinge, die womöglich bereits klar sind. Diese Situation nutzt aber gelegentlich einer, der anhand von ein paar weitschweifig dazwischengeworfenen Kleinigkeiten für sich einen Gewinn wittert. — Im Kleinen zählt die Quantität.
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Aufgeschoben.
Immer, wenn man tatsächlich die Zeit hätte, sich den Dingen zuzuwenden, die seit Wochen und Monaten in der Warteschlange stehen, ist man merkwürdig gelähmt und tut doch erst einmal Anderes, sogar Nichtiges. Für jenes Wichtige, Aufgeschobene ist ja immer noch genug Zeit. — Ein Zeichen dafür, dass man es nicht wegen Zeitmangels aufschob.
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