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Mittwoch, 31. August 2011
Anders.
Man bewertet heute den Umstand, dass etwas anders gemacht wurde, oft höher als den, dass es dadurch besser wurde. — Dies ist interessant. Es relativiert den Fortschrittsgedanken, indem es echten, qualitativen Fortschritt zu einem netten Nebeneffekt, zur Beliebigkeit erklärt. Moden basieren beispielsweise darauf, aber auch Vieles, was einem im Internet oder auf Geräten an Oberflächen begegnet, Dinge, die man längst und zurecht für überwunden hielt. Je mehr Unsinn möglich und bezahlbar wird, umso mehr Unsinn wird tatsächlich auch gemacht, bis hin zur Unbenutzbarkeit, sofern auch nur eine geringfügige Andersartigkeit attestiert werden kann.
Freitag, 26. August 2011
0 oder 1?
Du hast nun eine ganze Woche lang nach einem einzigen, lumpigen Bit gesucht und als wesentliche Tat statt einer 0 eine 1 hineingeschrieben. Und Du hast nun doch nicht das Gefühl, viel Zeit verschwendet zu haben?
Mittwoch, 24. August 2011
Sprüche (280)
Wie wolltest Du je irgendwo fremd sein? Gehört Dir nicht die ganze Welt?
(Ich sollte vielleicht mal eine Kategorie für kluge und dumme Fragen eröffnen.)
(Ich sollte vielleicht mal eine Kategorie für kluge und dumme Fragen eröffnen.)
Dienstag, 23. August 2011
See-Bilder (XVII)
Montag, 22. August 2011
Vielleicht deshalb.
Warum benötigte das Schäflein ausgerechnet ein liebendes Gottesdesign? Eines, das alles verzeiht? — These: Weil ihm der Umstand der Fehlbarkeit unerträglich ist, des Scheiterns an der Welt und an sich selbst, insbesondere nach der selbst auferlegten Last, das klügste aller Tiere, die Krone der Schöpfung (und damit eigentlich sein eigener Herr) zu sein. Der Christengott ist damit nicht zuletzt auch ein Gott der Selbstgerechtigkeit. Abgesehen davon ist es ein bemerkenswertes, kaum zu überbietendes Mittel zur Steigerung seiner Attraktivität.
Sonntag, 21. August 2011
Sprüche (279)
Mengisch dänksch, s hat chei Weg1 mehr. Aber gliich, wenn d uffe luegsch, gsehsch än wiedr. (Gedanke auf 2300m)
1 kein Weg, nur weil mal ein paar Markierungen nicht gleich zu sehen sind
1 kein Weg, nur weil mal ein paar Markierungen nicht gleich zu sehen sind
Freitag, 19. August 2011
Ganz anders.
Ich sah letztens bei einem Frühstück im Hotel einen Chinesen, der sich einen Berg Rührei mittig auf seinen Teller lud und diesen mit sehr flüssigem Porridge übergoss, dessen Topf zufällig daneben stand. Damit es nicht ganz so fade schmeckt oder vielleicht auch wegen der Optik setzte er obendrauf ein Häubchen aus Himbeermarmelade. Bereits vor Jahren hatte ich mich einmal in Prag darüber gewundert, dass dort ein Chinese in einem tiefen Teller eine Scheibe dunkles Brot mit Wurst belegte, das mit Milch aufgoss und mit einem Löffel verspeiste. Und man kann selbst Amerikaner dabei erleben, wie sie Obstkuchen mit Haselnusscreme oder Erdnussbutter bestreichen. — Man muss Angehörigen fremder Kulturkreise natürlich ein Recht auf Unkenntnis zubilligen und milde in der Bewertung sein. Der Europäer wird wahrscheinlich in Asien ebensolche Fehltritte begehen und dort verhalten empörtes Kopfschütteln hervorrufen (allein schon, dass er nicht schmatzt und schlürft ...) Interessant ist allerdings, worauf unsere Vorstellung über unser Essen eigentlich beruht. Oder anders ausgedrückt: es könnte offensichtlich alles auch ganz anders sein, der Magen hält's aus, womöglich sogar mit Genuss.
Donnerstag, 18. August 2011
Kuhhandel.
Der Wert einer Ware und ihr Preis haben - das wird dieser Tage erkennbar - offensichtlich nur eine mittelbare Beziehung. Was ist also dieses Mittel? Es muss ein sehr wichtiges sein. — Es ist allein unsere Vorstellung, besser gesagt unser Glaube daran, dass etwas soundsoviel wert sei. Wir bezahlen allein unseren Glauben, niemals mehr irgendeine Ware. Waren sind im Geschäft so gut wie bedeutungslos, sie müssen nicht einmal existieren. Es genügt, dass eine Seite (nämlich der Käufer) hinreichend überzeugt ist, dass sie existieren. - Wenn es mir gelingt, heute jemandem zu einem Schnäppchenpreis und unter vorgehaltener Hand aussichtsreiche Anteile an einer rein virtuellen Kuh aufzuschwatzen, ich zeige ihm vielleicht ein nettes Foto von garantiert seiner Kuh, und ihm diese morgen, infolge "unvorhersehbarer Umstände" und arg verschlechterter Bedingungen für die virtuelle Rinderhaltung, mit Gewinn wieder abzunehmen, wird er mir noch dankbar sein, von der schweren Last befreit zu werden.
Mittwoch, 17. August 2011
Begriffsklärungen (52)
Das Wort "Fernbedienung" sagt völlig klar, worum es geht — man ist entfernter Bediensteter seines Fernsehers.
Dienstag, 16. August 2011
Von der Einsamkeit (III)
Sofern man einmal ein paar Tage lang wirklich allein und einsam ist - und eine Insel in der finnischen Seenplatte bietet dazu sehr komfortable Möglichkeiten - sofern also wirklich einmal innerhalb eines Radius' von wenigstens 3km kein Mensch nachzuweisen ist, auch kein Geräusch, kein Abgas, kein Müll, keine Fussspur durch die Blaubeeren, meine Blaubeeren usw., bildet sich mit der Zeit ein interessanter Effekt heraus: das "eigene" Territorium erweitert sich. Man empfindet dann tatsächlich bereits das Auftauchen eines Segelbootes am Horizont als "Bedrohung", die es im Auge zu behalten gilt. Was für ein Eindringling kommt da, zweifellos um zu stören, ausgerechnet jetzt? Besser, er fährt gleich wieder ab. Blase ruhig, Wind, damit es ihm einfach wird. — Man darf daraus vielleicht schlussfolgern, wieviel Platz das Menschlein in Urzeiten gewohnterweise beansprucht und auch gehabt hat, und wieviel ihm heute eigentlich fehlt.
Montag, 15. August 2011
Nachtrag und Beweis.
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